Landschaften

Geologische Gegebenheiten wie Erosion, Tektonik oder die vorkommende Gesteinsart sind neben klimatischen Verhältnissen die ausschlaggebenden Faktoren für das Erscheinungsbild einer Landschaft. Im Folgenden sind einige Beispiele für eindrucksvolle, geologisch interessante Landschaften zu sehen.
Ordesa-Canyon

Nationalpark "Ordesa y Monte Perdido", Pyrenäen, Spanien

Weites Tal in den zentralen Pyrenäen, das in den vergangenen Eiszeiten durch Gletscher erweitert und U-förmig ausgeschabt wurde. In den Gipfelregionen steile Felswände aus Sedimentgesteinen, am Talgrund zahlreiche Wasserfälle.
Foto aus dem Jahr 2008
Karstlandschaft

"Steinernes Meer", Lechquellgebirge,
Österreich


Ein verwittertes Kalksteingebiet wird als Karst bezeichnet. Im Lechquellgebiet auf etwa 2000 m Höhe ist der Kalksteinkörper von zahlreichen Furchen mit einer Breite im Dezimeterbereich durchzogen.
Foto aus dem Jahr 2007
Sarakinas-Schlucht

Kreta, Griechenland

Mehrere Gebiete Kretas werden seit geraumer Zeit tektonisch gehoben, während periodische Flüsse tiefe Schluchten ins relativ weiche carbonatische Gestein erodieren.
Foto aus dem Jahr 2011
Kreidekalk-Steilküste

Rügen, Deutschland

Der weiche Kalkstein wurde während der Kreidezeit (130 - 65 Mio. Jahre) abgelagert. Das isolierte Vorkommen auf Rügen ist eines der wenigen im Ostseeraum.
Foto aus dem Jahr 2008
Kraterseen

Flores, Azoren, Portugal

Das Hochland der Insel Flores ist von zahlreichen kleinen Vulkanzentren übersät. Der rechte Kratersee auf dem Foto ist geologisch älter und wurde von einem späteren Vulkankegel (links) teilweise überdeckt.
Foto aus dem Jahr 2007
Gletscher

Aletschgletscher, Wallis, Schweiz

Mit einer Länge von knapp 20 km gehört der Aletschgletscher zu den größten in den Alpen. Am gegenüber liegenden Berghang sieht man über dem Gletscher eine besonders vegetationsarme Zone. Ihre obere Grenze markiert die maximale Höhe des Eises in historischer Zeit (erste Hälfte des 19. Jahrhunderts).
Foto aus dem Jahr 2012
Erosionslandschaft

Bryce Canyon, Utah, USA

Typisch für den in etwa 2000 m Höhe gelegenen Canyon ist die Frostverwitterung. Wasser dringt in senkrechten Spalten ins Gestein, beim Gefrieren werden Gesteinspartikel herausgesprengt. Durch häufigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter werden die Spalten aufgeweitet, im Lauf der Zeit bleiben hohe Gesteinssäulen übrig.
Foto aus dem Jahr 2016
Mittelatlantischer Rücken

Nationalpark "Thingvellir", Island

Mittelozeanische Rücken sind vom submarinen Vulkanismus geprägte Spreizungszonen, an der die tektonischen Platten auseinander driften. Der Rücken des Atlantiks liegt auf Island über dem Meeresspiegel. Die Felskante (Foto) markiert den Rand der Nordamerikanischen Platte. Im Vordergrund liegt der Graben des Rückens, eine mehrere km breite Grenze zwischen Europa und Amerika.
Foto aus dem Jahr 2014
Wanderdünen

Slowinzischer Nationalpark, Ostseeküste, Polen

Westlich des Ortes Leba ersteckt sich auf 30 km Länge ein Gebiet mit Wanderdünen parallel zur Küste. Die Dünen erreichen eine Höhe von über 30 m und ziehen mit einer Geschwindigkeit von wenigen Metern pro Jahr über ein Waldgebiet.
Foto aus dem Jahr 2008
Vulkanlandschaft

Nationalpark "Timanfaya", Lanzarote, Spanien

Die geologisch jungen Vulkane entstanden in den Jahren 1730 bis 1736 und 1824. Sie häufen sich entlang einer Linie, die eine früher aufgerissene Erdspalte markiert. Neben großen Mengen Lava wurden auch Lapilli und Asche gefördert. Wegen des trockenen Klimas ist das Gebiet nahezu frei von Vegetation.
Foto aus dem Jahr 2012
Blockmeer

Odenwald, Deutschland

Die Blockmeere sind ein Relikt der letzten Eiszeit. In der vegetationsarmen Tundra wurden Boden und kleinkörniges Gestein vom Wind und Wasser fortgebracht. Übrig blieben die großen Felsblöcke. Sie bestehen aus Diorit, einem magmatischen Gestein, das vor über 300 Mio. Jahren in das damalige Variszische Gebirge intrudierte.
Foto aus dem Jahr 2009
Sedimentschichten an zerklüfteter
Steilküste


Algarve, Portugal

Die stark zerklüftete und ungleichmäßig erodierte Steilküste im Süden Portugals besteht zum großen Teil aus tertiären Kalksteinen, Sandsteinen, Mergeln und Schillkalken. Typisch sind hier zahlreiche Strandbuchten mit markanten Felsen.
Foto aus dem Jahr 2010
Naturbrücke

Passo Greina, Tessin, Schweiz

Die abgebildete Naturbrücke besteht aus Kalkstein, in dem sich häufig durch Lösungsphänomene Hohlräume bilden. Bei fortschreitender Erosion stürzen die Decken ein, wobei besonders stabile Partien erhalten bleiben können.
Foto aus dem Jahr 2011
Bufones

Asturien, Spanien

In einem verkarsteten Küstenabschnitt führen vom Meer tunnelartige Höhlen ins Land. An einigen Stellen sind Deckenteile eingestürzt und Löcher an der Erdoberfläche entstanden. Die Brandung prallt mit voller Wucht in die unterirdischen Kanäle, starker Seewind bläst die Gischt durch die Öffnung nach oben. Die Gischtfontänen werden im Spanischen als Bufones bezeichnet.
Foto aus dem Jahr 2008


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